Schwitzkasten

Zentrale Bemerkung in KLAGE am Beispiel Kehlmann, Strauß et alteri: don’t drown in bildungsbürgerlichem Gefälligkeitsbedeutungslosigkeitsallgemeinmist. Jetzt ist der Zeitpunkt, sich dagegen zu wenden und im eigenen Schaffen, id est Denken, die Wege zu finden, die in die unbekannten Formulierungen führen, so auch in die unbekannten Wahrnehmungen. Oder die bekannten besser fassen, bekannter machen.

Dringend weg vom Abschreiben, Abgucken, Nachmachen, hin zum wirklichen Risiko der ureigenen Formulierung, ins dünn überfrorene Wasser des unmittelbaren Abgleichs mit dem unmittelbaren geistigen Erleben.

Im Denkraum, im Konzentrationskasten. Besinnung, Überlegung, Depression, Aufschwung. Zwang des Blicks auf das gewählte Thema, die ersten Krumen vor mir, ich starre darauf, ich zwinge mich, nicht wegzusehen, ich schiebe sie hin und her, ihr scharrendes Geräusch auf der Papierunterlage, ihre Leblosigkeit.

KLAGE in kleineren Dosen. Der Text ist zu dicht und handlungsfrei, um in den großen Schlucken einer Abendlektüre konsumiert zu werden. Im Gegenteil, eignet sich zur Zwischenlektüre, im Besten Sinne die Klolektüre, die Beckett im Titel führt. Oder als Blog konzipiert ja auch eher im Stil der Kalendergeschichten, der Sinnsprüche, im Rhythmus und der Tradition eines besinnlichen Gedankens, eines Innehaltens.

Lust, alles stehen und liegen zu lassen und nur zu lesen, auf dem Sofa zu liegen und alle guten Bücher im Regal nochmal zu lesen, genauer.

Fassungslosigkeit als Ziel, weg vom Gefassten, weg vom Gewussten. Gegen Schubladen. Wut auf sich aufdrängende Hilfeangebote erfolgreicher Ratgeber. Klassikerbeschimpfung. Ausschlagen der hingereichten Hände. Bewerfen der Helfer mit Kot. Ich bin ein Entwicklungsland. Lasst mich in Frieden.

Der Widerspruch ist das Entscheidende.

Gestern den Begriff Gender lag gelernt. Was das ist? Das: _ . Zum Beispiel hier: *er_innen.

Tagesschau.de: Kommentar“thread“ zur Meldung um die briefliche Ablehnung von Gaucks Einladung einer Angehörigen der NSU-Terroropfer. Ein_e Mitbürger_in bemerkt als Einzige_r den Kontext der extrem beängstigenden Präsenz von gewalttätigen Neonazis in Sachsen und den proklamierten sogenannen „national befreiten Zonen“. Dahin muss die Diskussion gehen. Wie wurde und wird diese Gewaltherrschaft in ganzen Regionen gewährt?

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