(Übersetzung des russ. Originals/translation of Russian original) The language of love is an odd thing. Two people chirp, coo, tweet and babble to each other like exotic birds. They point to each other out of nowhere. Sometimes, they start to hop around and mutter incomprehensible tales of sea-creatures, fairies, and nymphs…
No, not like birds. It’s more like listening to some sort of magical creatures whose ways of communication you don’t understand.
After a while, you suddenly realize that you can actually sense subtle inflections in their babble: first, caution and apprehension, then curiosity, then they seem to be chirping in harmony, and that is when you, to your great surprise, begin to understand. You understand that they’re speaking! Speaking about love. Speaking the language of love. And you can’t believe it, could it be that you’ve forgotten this magical language? You used to speak it, it used to come to you so easily! And now?
Being young and in love is so wonderful… and so terrible… And the people in this play are no different. They’re afraid, shy, so at first, the results of their efforts are awkward: instead of magical creatures they make a papier-mâché firebird in a cage, a hardboiled egg in an incubator. Incidentally, one of the characters keeps trying to play a convoluted tune – using an egg slicer for a musical instrument!
Their older sisters seem able to be more productive, but their time has already passed. There was a time when they, too, sang the enchanted birdsong of love, but no one answered their call. It’s a shame, really…
But then, everyone is singing. And it’s coming out well. And it doesn’t matter that some are belting out folk songs, some are singing choral chamber music, and others are breaking into a jazzy big band tune. It works.
The play is in two languages: Russian and German. However, you cease to notice this after ten minutes, so enthralling is this painfully banal story of young people in love. They met each other on the web – we know lots of these stories, everyone has a friend of a friend who met someone online and… etc. The intentional un-interestingness of this love story is underscored by the laconic set design by Danila Korogodsky. The curtain is roughly made of drawing paper; the windows are crooked cutouts; there is a random collection of cardboard boxes.
There is also a glass cage that occupies half the space on the stage, and takes on various roles throughout the play. It’s an airport terminal, a hotel bathroom, and occasionally, it even plays itself: a cage, where the mutual lack of understanding imprisons our infatuated main characters. Sometimes, it’s a giant window into a vibrant world with sun and sea, museums and churches. Other times, it’s a wall, inexorably blocking the way into love.
When it’s a wall, the lovers draw their worlds onto it, including their museums, churches, sun and sea. They explore this world and present it to each other as gifts. They even draw themselves into this world, but the sad thing is that then, one half of a couple is a living breathing human being, and the other is a nothing but a chalk sketch. On stage, the sketched lover even seems to move, thanks to tricky lighting and fancy projectors, but no matter how he tries, he cannot get off the glass wall, cannot embrace his flesh and blood other half. He cannot keep their love warm. And so, the lovers pace around the stage carrying silly articles of clothing, as though trying to substitute human warmth with wool.
The creators of this play only needed simple materials to relate this eternal and beautiful Love Story. It’s almost sad how simple. We already discussed the cardboard boxes and curtain, the chalk and the lighting.
But the sounds! While one is humming, the other is barking, the third is using a kitchen pan for a drum, someone else is starting to sing… Sax and electrical guitar show up as accompaniment – and here you have a delicate harmony, a symphony of loneliness and love, mutual understanding and unfortunate disunity.
You definitely feel pity for the young lovers with their wool and fake firebird. Although, of course, they still have a chance. They will know a new love. Much sadder are those who have forgotten the language of love, who not only no longer speak it, but also, have lost all ability to heed its heavenly sounds…
by Maria Brusovani
SumSum – Beziehungskrise im Doppelpack auf der Bühne
Erlangen. Ein doppelsprachiges Theaterstück um eine grenzenlose Liebes- und Sprachverwirrung feierte gestern in Erlangen seine Premiere. Sprachirritationen und Klischees inklusive – und auch ein tieferer Sinn.
Das Theater Erlangen hat sich die Mühe gemacht, ein und dasselbe Stück zweimal zu inszenieren. Die Ergebnisse wurden zusammengefasst und werden nun auf Feutsch und auf Russisch zur gleichen Zeit auf der Bühne aufgeführt. Man braucht keinen Dolmetscher, der tiefere Sinn erschließt sich beim Blick auf die „Bühnensprache“.
Boulevardeske Handlung zum Nachdenken
Laura de Weck, die Autorin des Stücks, stellte sich die Frage, ob es denn einen Sinn mache, das gleiche Werk doppelsprachig und zur gleichen Zeit aufzuführen. Ja, sagt das Theater Erlangen und beschritt einen ziemlich ungewöhnlichen Weg.
„Wir spielen manche Szenen doppelt, manche wiederum parallel“, sagt die Dramaturgin Stefanie Symmank. „Wir wollten, dass die sprachlichen und kulturellen Unterschiede möglichst groß sind“.
Deutsch-Russische Gemeinschaftsarbeit
So wurde die Handlung nicht etwa in das westeuropäische Ausland exportiert, sondern gleich ins russische St. Petersburg. In dieser Kulturmetropole knüpfte das Erlanger Ensemble auch die Bande zum dort ansässigen Teatr Pokolenii.
Zwei der Schauspieler nahmen sie sofort mit – sozusagen als Ost-West-Import. Durch die beiden wirkt das Theaterstück deshalb auch so authentisch und greifbar lebendig für den Zuschauer. Es wird ein Theaterabend der besonderen Art.
Interkulturelle Neugier als Triebfeder
„Wir wollten wissen, wie es ist, im Ausland zu arbeiten, welche Bedeutung Sprache hat und wie weit unsere Vorurteile zutreffen“, so Symmank. Das Resultat: Die Klischees sind an den Haaren herbeigezogen und stiften oft nur mehr Verwirrung als nötig.
Mit dieser Erkenntnis sind acht Wochen Probezeit wie im Flug und vor allem nicht spurlos vergangen. Jedoch, „Lampenfieber ist nicht kultur- und sprachabhängig, es ist ein globales Gefühl“, meint das Multi-Kulti-Ensemble unisono vor der Premiere.
Eine eigentlich simple Geschichte
Die Handlung des Stücks ist an sich wohl so alt wie die Menschheit, hat jedoch durchaus einen zeitgenössischen Bezug. Menschen lernen sich im Internet kennen, besuchen sich in ihrem Heimatland und stehen unvermittelt vor mächtigen Beziehungs- und Sprachproblemen.
Pjotr aus St. Petersburg verliebt sich in die deutsche Selina, Urs-Peter in die Russin Alina. Bereits am Flughafen fangen die ersten Probleme an, die beileibe nicht die letzten bleiben sollen.
Der einfache Weg zur Kommunikation
Die beiden Frauen holen jeweils die beiden Männer gemeinsam mit ihren geschäftstüchtigen Schwestern ab. Eine Konstellation, die die beiden Burschen zunehmend nervt, scheint es doch unmöglich, sich direkt mit den auserkorenen Partnern verständigen zu können.
Aber, und das ist am Ende auch der Schlüssel des Erfolges, sie alle finden letztendlich einen Weg der Kommunikation. Sie versuchen mit wenigen Worten herauszufinden, ob und wie der Traum vom gemeinsamen Glück zu verwirklichen sei. Sie sehen, im „SumSum-Universum“ gibt es immer einen Weg der Verständigung.
Aufführungen in Deutschland und in Russland
Und weil es nun einmal ein interkulturelles Gemeinschaftsprojekt ist, erklärt es sich bald von selbst, dass auch Russland in den Genuss dieser Premiere kommen wird. Nach den Aufführungen in Erlangen geht es unverzüglich weiter auf die Partnerbühne. Vom 8. bis 11. Juli findet die Premiere während des Theater-Festivals „Baltiyskiy Dom“ in St. Petersburg statt. Denn: Das Verbindende ist die Erfahrung dessen, was trennt.
Erlangen (DK) Die grenzenlose Liebe über Grenzen hinweg stößt recht schnell an ihre Grenzen, wenn der Sprache der Liebe die Worte fehlen. Ein Mann aus Russland und eine Frau aus Deutschland lernen sich via Internet kennen – und fliegen nicht nur aufeinander, sondern per Flugzeug auch zueinander. Aber die Verständigung ist nur über dritte Personen möglich, was die Beziehung bald unmöglich macht. Das ist die banale Geschichte von "Sumsum", einem Stück der 1981 geborenen Schweizer Autorin Laura de Weck.
Deutsch-russisches Spiegel-Theater: Serrhii Mardar und Gitte Reppin in "Sumsum". – Foto: Quast
Das Theater Erlangen hat daraus – gefördert von der Bundeskulturstiftung – ein einmaliges Theaterexperiment gemacht, das jetzt auf auf der Studiobühne, dem "Theater in der Garage", seine Uraufführung erlebte, um danach im "Theater der Generationen" in Sankt Petersburg gespielt zu werden. Gespiegeltes Theater; denn mit dieser russischen Bühne tauschte das Erlanger Theater sich gleichsam aus, schickte drei Schauspieler nach Petersburg, die dort das Stück in der Regie des russischen Regisseurs Valentin Levitskiy mit drei russischen Kollegen probten, während zeitgleich Eberhard Köhler "Sumsum", jetzt mit drei russischen Schauspieler-Gästen, in Erlangen inszenierte. Erst zur Erlanger deutsch-russischen Uraufführung wurden jetzt die beiden Inszenierungen "fusioniert" und zu einem ebenso gewagten wie hinreißend experimentellen Theaterabend zusammengefügt.
Denn auf der durch zwei Sandstrände zweigeteilten Bühne (Bühnenbild: Daniela Korogodsky) entwickelt sich ein sprachverwirrendes "Spiegel-Theater" mit komisch verschränkten Parallel-Aktionen, in denen die Schauspieler gleichsam "live" aneinander vorbeireden – und schon beim Zähneputzen am Morgen der Sprache der Liebe die Worte ausgehen, weil mit dem "Sumsum" der Bienensprache der Bühnensprache auch nicht auf die Beine zu helfen ist.
Ein verzauberndes Theater, bei dem vor allem die beiden Darstellerinnen der Selina alias Alina (Gitte Reppin und ihr gleichsam russisches Double Anastasia Toshcheva) mit ihrem Spiel begeistern. Ihre Pendants der Liebhaber (Patrick Serena und Vladimir Postnikov) beherrschen zwar das Liebesspiel, stehen als Männer aber dem feinen "Spiel der Liebe" eher hilflos gegenüber. Ein herrlich skurriles, wehmütig endendes "Theater ohne Grenzen", das sich viel Beifall einheimste, der ihm auch in Petersburg sicher sein kann.
Presse SumSum
Im russischen Fernsehsender MIR TV ist ein Beitrag zur Produktion SumSum2 gesendet worden und hier online zu sehen:
http://mirtv.ru/content/view/17410
(Übersetzung des russ. Originals/translation of Russian original) The language of love is an odd thing. Two people chirp, coo, tweet and babble to each other like exotic birds. They point to each other out of nowhere. Sometimes, they start to hop around and mutter incomprehensible tales of sea-creatures, fairies, and nymphs…
No, not like birds. It’s more like listening to some sort of magical creatures whose ways of communication you don’t understand.
After a while, you suddenly realize that you can actually sense subtle inflections in their babble: first, caution and apprehension, then curiosity, then they seem to be chirping in harmony, and that is when you, to your great surprise, begin to understand. You understand that they’re speaking! Speaking about love. Speaking the language of love. And you can’t believe it, could it be that you’ve forgotten this magical language? You used to speak it, it used to come to you so easily! And now?
Being young and in love is so wonderful… and so terrible… And the people in this play are no different. They’re afraid, shy, so at first, the results of their efforts are awkward: instead of magical creatures they make a papier-mâché firebird in a cage, a hardboiled egg in an incubator. Incidentally, one of the characters keeps trying to play a convoluted tune – using an egg slicer for a musical instrument!
Their older sisters seem able to be more productive, but their time has already passed. There was a time when they, too, sang the enchanted birdsong of love, but no one answered their call. It’s a shame, really…
But then, everyone is singing. And it’s coming out well. And it doesn’t matter that some are belting out folk songs, some are singing choral chamber music, and others are breaking into a jazzy big band tune. It works.
The play is in two languages: Russian and German. However, you cease to notice this after ten minutes, so enthralling is this painfully banal story of young people in love. They met each other on the web – we know lots of these stories, everyone has a friend of a friend who met someone online and… etc. The intentional un-interestingness of this love story is underscored by the laconic set design by Danila Korogodsky. The curtain is roughly made of drawing paper; the windows are crooked cutouts; there is a random collection of cardboard boxes.
There is also a glass cage that occupies half the space on the stage, and takes on various roles throughout the play. It’s an airport terminal, a hotel bathroom, and occasionally, it even plays itself: a cage, where the mutual lack of understanding imprisons our infatuated main characters. Sometimes, it’s a giant window into a vibrant world with sun and sea, museums and churches. Other times, it’s a wall, inexorably blocking the way into love.
You definitely feel pity for the young lovers with their wool and fake firebird. Although, of course, they still have a chance. They will know a new love. Much sadder are those who have forgotten the language of love, who not only no longer speak it, but also, have lost all ability to heed its heavenly sounds…
by Maria Brusovani
SumSum – Beziehungskrise im Doppelpack auf der Bühne
Das Theater Erlangen hat sich die Mühe gemacht, ein und dasselbe Stück zweimal zu inszenieren. Die Ergebnisse wurden zusammengefasst und werden nun auf Feutsch und auf Russisch zur gleichen Zeit auf der Bühne aufgeführt. Man braucht keinen Dolmetscher, der tiefere Sinn erschließt sich beim Blick auf die „Bühnensprache“.
Boulevardeske Handlung zum Nachdenken
Laura de Weck, die Autorin des Stücks, stellte sich die Frage, ob es denn einen Sinn mache, das gleiche Werk doppelsprachig und zur gleichen Zeit aufzuführen. Ja, sagt das Theater Erlangen und beschritt einen ziemlich ungewöhnlichen Weg.
„Wir spielen manche Szenen doppelt, manche wiederum parallel“, sagt die Dramaturgin Stefanie Symmank. „Wir wollten, dass die sprachlichen und kulturellen Unterschiede möglichst groß sind“.
Deutsch-Russische Gemeinschaftsarbeit
So wurde die Handlung nicht etwa in das westeuropäische Ausland exportiert, sondern gleich ins russische St. Petersburg. In dieser Kulturmetropole knüpfte das Erlanger Ensemble auch die Bande zum dort ansässigen Teatr Pokolenii.
Zwei der Schauspieler nahmen sie sofort mit – sozusagen als Ost-West-Import. Durch die beiden wirkt das Theaterstück deshalb auch so authentisch und greifbar lebendig für den Zuschauer. Es wird ein Theaterabend der besonderen Art.
Interkulturelle Neugier als Triebfeder
„Wir wollten wissen, wie es ist, im Ausland zu arbeiten, welche Bedeutung Sprache hat und wie weit unsere Vorurteile zutreffen“, so Symmank. Das Resultat: Die Klischees sind an den Haaren herbeigezogen und stiften oft nur mehr Verwirrung als nötig.
Mit dieser Erkenntnis sind acht Wochen Probezeit wie im Flug und vor allem nicht spurlos vergangen. Jedoch, „Lampenfieber ist nicht kultur- und sprachabhängig, es ist ein globales Gefühl“, meint das Multi-Kulti-Ensemble unisono vor der Premiere.
Eine eigentlich simple Geschichte
Die Handlung des Stücks ist an sich wohl so alt wie die Menschheit, hat jedoch durchaus einen zeitgenössischen Bezug. Menschen lernen sich im Internet kennen, besuchen sich in ihrem Heimatland und stehen unvermittelt vor mächtigen Beziehungs- und Sprachproblemen.
Pjotr aus St. Petersburg verliebt sich in die deutsche Selina, Urs-Peter in die Russin Alina. Bereits am Flughafen fangen die ersten Probleme an, die beileibe nicht die letzten bleiben sollen.
Der einfache Weg zur Kommunikation
Die beiden Frauen holen jeweils die beiden Männer gemeinsam mit ihren geschäftstüchtigen Schwestern ab. Eine Konstellation, die die beiden Burschen zunehmend nervt, scheint es doch unmöglich, sich direkt mit den auserkorenen Partnern verständigen zu können.
Aber, und das ist am Ende auch der Schlüssel des Erfolges, sie alle finden letztendlich einen Weg der Kommunikation. Sie versuchen mit wenigen Worten herauszufinden, ob und wie der Traum vom gemeinsamen Glück zu verwirklichen sei. Sie sehen, im „SumSum-Universum“ gibt es immer einen Weg der Verständigung.
Aufführungen in Deutschland und in Russland
Und weil es nun einmal ein interkulturelles Gemeinschaftsprojekt ist, erklärt es sich bald von selbst, dass auch Russland in den Genuss dieser Premiere kommen wird. Nach den Aufführungen in Erlangen geht es unverzüglich weiter auf die Partnerbühne. Vom 8. bis 11. Juli findet die Premiere während des Theater-Festivals „Baltiyskiy Dom“ in St. Petersburg statt. Denn: Das Verbindende ist die Erfahrung dessen, was trennt.
Russland Aktuell (www.russland-aktuell.de), Freitag, 25.06.2010
Das "Sumsum" der Liebe
Erlangen (DK) Die grenzenlose Liebe über Grenzen hinweg stößt recht schnell an ihre Grenzen, wenn der Sprache der Liebe die Worte fehlen. Ein Mann aus Russland und eine Frau aus Deutschland lernen sich via Internet kennen – und fliegen nicht nur aufeinander, sondern per Flugzeug auch zueinander. Aber die Verständigung ist nur über dritte Personen möglich, was die Beziehung bald unmöglich macht. Das ist die banale Geschichte von "Sumsum", einem Stück der 1981 geborenen Schweizer Autorin Laura de Weck.
Deutsch-russisches Spiegel-Theater: Serrhii Mardar und Gitte Reppin in "Sumsum". – Foto: Quast
Das Theater Erlangen hat daraus – gefördert von der Bundeskulturstiftung – ein einmaliges Theaterexperiment gemacht, das jetzt auf auf der Studiobühne, dem "Theater in der Garage", seine Uraufführung erlebte, um danach im "Theater der Generationen" in Sankt Petersburg gespielt zu werden. Gespiegeltes Theater; denn mit dieser russischen Bühne tauschte das Erlanger Theater sich gleichsam aus, schickte drei Schauspieler nach Petersburg, die dort das Stück in der Regie des russischen Regisseurs Valentin Levitskiy mit drei russischen Kollegen probten, während zeitgleich Eberhard Köhler "Sumsum", jetzt mit drei russischen Schauspieler-Gästen, in Erlangen inszenierte. Erst zur Erlanger deutsch-russischen Uraufführung wurden jetzt die beiden Inszenierungen "fusioniert" und zu einem ebenso gewagten wie hinreißend experimentellen Theaterabend zusammengefügt.
Denn auf der durch zwei Sandstrände zweigeteilten Bühne (Bühnenbild: Daniela Korogodsky) entwickelt sich ein sprachverwirrendes "Spiegel-Theater" mit komisch verschränkten Parallel-Aktionen, in denen die Schauspieler gleichsam "live" aneinander vorbeireden – und schon beim Zähneputzen am Morgen der Sprache der Liebe die Worte ausgehen, weil mit dem "Sumsum" der Bienensprache der Bühnensprache auch nicht auf die Beine zu helfen ist.
Ein verzauberndes Theater, bei dem vor allem die beiden Darstellerinnen der Selina alias Alina (Gitte Reppin und ihr gleichsam russisches Double Anastasia Toshcheva) mit ihrem Spiel begeistern. Ihre Pendants der Liebhaber (Patrick Serena und Vladimir Postnikov) beherrschen zwar das Liebesspiel, stehen als Männer aber dem feinen "Spiel der Liebe" eher hilflos gegenüber. Ein herrlich skurriles, wehmütig endendes "Theater ohne Grenzen", das sich viel Beifall einheimste, der ihm auch in Petersburg sicher sein kann.
von Friedrich J. Bröder/Donaukurier