Premiere in Erlangen ist in einer Woche. Morgen der erste Versuch eines Überblicks über den Gesamtbogen der beiden Geschichten, die am Abend erzählt werden. Die konzeptionellen Visionen und Pläne scheinen aufzugehen, es sieht schon gut aus.
| 14. Oktober 2010 | 20:00 Uhr | SumSum² - Wiederaufnahme in Erlangen |
Drama Panorama am 28.06. im HAU
DRAMA PANORAMA: Forum für Übersetzung und Theater
lädt Sie herzlich zu folgender Veranstaltung ein:
Ersetzen Theateragenturen zunehmend die Dramaturgie?
Ein Gespräch über die Bedeutung von Agenten und Verlegern für den internationalen Theateraustausch
am 28.06.2010 im Hebbel am Ufer – HAU 3,
Tempelhofer Ufer 10, 10963 Berlin
16-18 Uhr Drama-Panorama-Café ?(Werkstatt für Theaterübersetzer, im Proberaum von HAU 3, um Anmeldung wird gebeten unter: info@drama-panorama.com)
Der Übersetzer als Scout - Wir diskutieren mit erfahrenen Übersetzern darüber, wie man internationale Stücke Theatern und Agenturen im eigenen Land anbieten kann.
19 Uhr Podiumsdiskussion ?(Öffentliche Veranstaltung für alle Interessierten auf der Bühne von HAU 3)
Diskutiert wird mit Vertretern von vier der bedeutendsten Theateragenturen Europas: Mel Kenyon (Casarotto Ramsay and Associates, Ltd., London), Kate?ina Bohadlová (Dilia, Prag), Boris Priebe (Pegasus Autorenagentur, Berlin) und Uwe S. Carstensen (S. Fischer Theaterverlag, Frankfurt)
Aus dem internationalen Kulturaustausch sind Agenten und Verleger kaum mehr wegzudenken. Sie entdecken und fördern Nachwuchstalente, geben Übersetzungen in Auftrag und unterstützen die Vernetzung der Autoren mit dem Theaterbetrieb. Sie arbeiten eng mit Dramaturgen zusammen und gestalten aktiv das aktuelle Theatergeschehen mit.
Unsere Gäste vertreten einige der wichtigsten zeitgenössischen Dramatiker, wie z. B. Mark Ravenhill, Caryll Churchill, Roland Schimmelpfennig. Sie werden Einblicke in ihre Arbeit geben und aktuelle Stücke aus ihrem Programm im Kontext der jeweiligen Theaterszene ihres Landes vorstellen. Der Abend bietet Gelegenheit, verschiedene internationale Verlags- und Agenturmodelle kennen zu lernen und sich auszutauschen.
Moderation: Antje Oegel und Barbora Schnelle.
Eintritt frei
Anschließend laden wir zu einem kleinen Empfang ein.
Drama Panorama vernetzt die Arbeit von Theaterübersetzern und –autoren mit dem praktischen Theaterbetrieb und veranstaltet Workshops, Lesungen und thematische Podiumsdiskussionen zu Themen des internationalen Theateraustausches.
Mit vielen Grüßen
Antje Oegel, Barbora Schnelle, Lydia Nagel, Yvonne Griesel, Henning Bochert
– Drama-Panorama-Team –
Drama Panorama ist ein Projekt der Europäischen Ost-West-Akademie für Kultur und Medien e.V.
www.ost-west-akademie.de
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Das Verbindende im Fremden
Die getrennte Probenzeit für unsere erste gemeinsame Produktion SumSum2 in den drei vor uns liegenden Jahren neigt sich dem Ende zu. In Kürze geht das gesamte Team in Erlangen gemeinsam in die Endproben. Gespannt sehen wir der Aufgabe entgegen, zwei völlig verschiedene Regiehandschriften und Arbeitsweisen zu einem sowohl heterogenen als auch homogenen Abend zusammenzufügen. Die Geschichte in beiden Teilen ist diegleiche, die Szenen, der Text – alles gleich. Daher sollen die Unterschiede möglichst deutlich hervortreten und erhalten bleiben. Sicher gibt es eine Gefahr, etwas anzugleichen oder etwa Lösungen des anderen Teils übernehmen zu wollen. Das gilt es zu vermeiden.

Der Theaterabend mit der Geschichte von Selina/Alina und Urs-Peter/Pyotr wird uns etwas erzählen über vermeintliche und reale Unterschiede, die eigene Angst vor dem Fremden und einer produktiven Herangehensweise an das, von dem man vielleicht nur Falsches weiß. Wie kann ich damit umgehen, wenn ich zuerst nichts verstehe? Wie verlässlich sind Verständnishilfen, wenn der Bezugsrahmen ebenfalls stets fremd ist, wenn Vergleiche nicht funktionieren? Wie sehr ist Übersetzungen zu trauen, die das Übersetzte aus einem Kontext nehmen, den ich nicht verstehe, und in einen setzen, den ich kenne – möglicherweise mit dem besten Willen? Geht damit nicht gerade das verloren, was ich verstehen möchte? Es hilft nichts – auf lange Sicht muss ich mir den Hintergrund und die Herleitung auch der Bezugsgrößen aneignen, sonst muss es mit Vorurteilen und Fehleinschätzungen enden.

Der Zweifel ist ein ständiger Begleiter: wie ist das gemeint, was ich höre und sehe? Missverständnisse sind vorprogrammiert. Eine Falle: ich beobachte den anderen. Wenn etwas auffällt, weil es anders ist, als ich es kenne (wie oft wird auf die Wange geküsst zur Begrüßung?), dann ist es für mich schon Gesetz im Land, aus dem der andere stammt. Dabei ist es möglicherweise bloß dessen Eigenart. Überhaupt ist zu lernen: Verallgemeinerungen funktionieren eigentlich nicht. Alles ist spezifisch. Und alles muss erfragt und erklärt werden. Jedenfalls am Anfang.
Andererseits: wenn man anfängt, sich ein wenig zu verstehen, ist plötzlich ein Streit nicht mehr möglich. Der andere versteht dann immer nur das, was er sich aus meinem Gestammel zusammenreimt, und das passt dann seltsamerweise stets zu dem, was er selbst meint. Das fortgesetzte Missverständnis erzeugt einen dauernden Eindruck von Verständigung: jeder sagt, was er meint, der andere hört, was er möchte.

Die beiden zentralen Figuren im Stück von Laura de Weck finden sich in all diesen Situationen, die uns in der Arbeit im anderen Land begegnen. So können die russischen Darsteller in Erlangen und die deutschen und schweizerischen Darsteller in St. Petersburg ihre Erfahrungen während der Proben direkt in die Figuren fließen lassen. Auch Klangräume, die im anderen Land aufgeschnappt werden – die Geräusche der U-Bahn, ein Gespräch in einem Café und immer wieder Musik -, finden Verwendung.

Das Verbindende ist die Erfahrung dessen, was trennt.
Proben in St. Petersburg
mit Viola Werling und Anna Stübner (beide Kostüm SumSum2)
phoenix transatlantic – Der Clip
Hier gibt es eine kurze Filmdokumentation zu unserer Arbeit phoenix transatlantic im April.
Here is a short film documentation about our phoenix transatlantic production in April.
Verständigung-Verstehen
Wie sich der Mensch verändert, wenn er plötzlich meine Sprache spricht. Ich sehe den Menschen reden. Das Gesicht verändert sich beim Sprechen, mehr oder weniger. Ich versuche, seine Mimik zu lesen. Die Gesten zu deuten. Ich sehe, wie er oder sie auf jemanden oder auf etwas zeigt und begreife lediglich, dass er oder sie etwas über diese Person sagt. Aber vielleicht sagt der Mensch es auch zu dieser Person. Ich höre die Art und Weise, wie die Person bestimmte Dinge betont, die klangliche Qualität der Sprache, die für mich nur Aussprache ist. Ich verstehe nichts, aber wenn ich genau zuhöre, verstehe ich vielleicht doch etwas. Wenn ich ganz genau lausche – vielleicht kann ich Wörter auseinanderhalten, vielleicht kann ich die wirren Geräusche doch durchdringen. Diese Geräusche der Person bilden eine Landschaft vor mir, die mich aber nicht einlässt. Ich sehe lediglich, ob sie erregt ist oder ruhig, ob sie lächelt. Ich erfahre etwas über die Stimmung der Person, ihre körperliche Verfassung, ich erfahre etwas über ihre Art, auf andere zu reagieren, vielleicht auch über ihre Art, Dinge zu verbergen, über ihre Aufrichtigkeit oder Verlogenheit, über ihre Angst. Nichts über den Gegenstand der Angst. Auch die Geschichte der Person bleibt mir vollkommen verborgen. Ich sehe vielleicht Temperament, ich erkenne, wenn die Person, der Mann oder die Frau, anderen ins Wort fällt. Aber weder kann ich über eine Sprachfärbung auf eine bestimmte Region der Herkunft schließen und darüber vielleicht auf so etwas wie Mentalität, noch erfahre ich etwas über die Intelligenz. Ich erfahre etwas über ihren Humor, aber nie über die ganze Tiefe ihres Witzes. Das Verstandesmäßige (das Logische – logos – Wort) in dem, was die Person äußert, erschließt sich mir nicht.?In dem Moment aber, wenn sie meine Sprache spricht oder eine, die wir beide sehr gut verstehen, öffnet sich die Tiefendimension der Person wie eine plötzlich beleuchtete Hinterbühne, die bislang im Dunklen lag.
Blog SumSum
Allmählich kommt der Arbeitsblog für SumSum in Gang: www.sumsum-zumzum.net

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Drama Panorama: Verlage und Verleger
"Agencies and agents", Monday, June 28, at the HAU in Berlin:
Drama Panorama im HAU3 : am Montag, 28. Juni.