AM BODEN von George Brant

Der spannende Monolog für eine Darstellerin AM BODEN von George Brant ist jetzt poliert und spielfertig bei S. Fischer zu haben. Die Arbeit hat sehr viel Spaß gemacht, denn die dichte, sehr knappe Sprache der Figur (einer Kampfpilotin), die motivischen Verweise, der gesamte Stil stellen den Übersetzer vor äußerst willkommene Herausforderungen. Jetzt bin ich sehr gespannt, den Text hoffentlich bald auf einer Bühne zu sehen.

Das Stück ist als eine meiner Übersetzungen für S. Fischer Theater & Medien hier zu bestellen. Ich wünsche anregende Lektüre und ruckizucki Produktionsoptionen. Das Ding muss auf die Bretter!

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Sander Ecke Hobrecht + Kottbusser Damm

 

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ERINNERUNGEN AN PETERSBURG/Joseph Brodsky

Brodskycover

In zwei Texten ("WENIGER ALS MAN/LESS THAN ONE" und "IN EINEINHALB ZIMMERN/IN ONE-AND-A-HALF ROOMS") beschreibt Joseph Brodsky (Literaturnobelpreis 1987) 1986 seine Kindheit, das russische kollektive Unbewusste, den Antisemitismus, die Eigenheiten der totalitär regierten Gesellschaft, in der jeder Henker und Opfer sein kann. Die beiden sehr dichten Texte sind so schön wie schmerzhaft. Die Übersetzerinnen haben, soweit ich das beurteilen kann, die lakonische Poesie des Textes hervorragend getroffen. „Schlampiger Schlamper“, darauf muss man kommen. „Soll Englisch meine Toten behausen“ – Die Überlegungen Brodskys, dass seine Entscheidung, über seine Eltern auf Englisch zu schreiben, für sie eine posthume Befreiung aus dem unterdrückerischen und seelenzerstörenden russischen Kontext darstellt, ist so schön wie kaputt. Sicher steckt darin seine Größe, aus seinem Schmerz, den ihm seine Heimat angetan, aus diesem total zertretenen und geschundenen und missbrauchten Land und seiner Bevölkerung – wie ein Alchimist aus Dreck Gold – solche wunderbare Gedanken zu ernten. Ich bin versucht, zum Beweis das gesamte Bändchen anzuführen: die Beschreibung der elterlichen Kommunalka, die Art und Weise, wie der Autor die Tragödie der Trennung von seinen Eltern bis zu deren Tod beschreibt, vor dem er sie nicht noch einmal sehen konnte. Dazu kommen in dieser Ausgabe die Fotos von Barbara Klemm, in diesem Fall einmal wirklich erhellend und illustrierend und der vielen Reflexionen gerade in WENIGER ALS MAN auch notwendige Ergänzung, Angler vor Ermitage, drei junge Frauen in Ostmode auf Bank in zerschundenem Stadteck, das vielleicht mal Park war, in allem ein würdiges Leben fordernd. „Nur das ich ihnen in ihrem Alter nicht helfen konnte; nur dass ich nicht dabei war, als sie im Sterben lagen. Ich sage das, nicht so sehr aus einem Schuldgefühl heraus, sondern aus dem egoistischen Wunsch eines Kindes, seine Eltern alle Phasen ihres Lebens hindurch zu begleiten (…).“ So gelingt es ihm, kraft seiner Gedanken die Tragödie zu überschreiten und als Genre zu überwinden und noch Gewinn daraus zu schlagen („Die armen Leute wollen immer, dass alles zu etwas gut ist.“).

Wer immer mir dieses Büchlein geschenkt hat, hat mir auch diesen großartigen Autor geschenkt, den ich zuvor nicht kannte. Herzlichen Dank!

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Video: EIN STÜCK TSCHECHIEN

IMG_6831_klTereza Bulisová hat ein herrliches Video geschnitten, das in dieser Version schon den Abend mit den Lesungen neuer tschechischer Stücke vom 19. Juni zeigt. Wir wünschen viel Vergnügen!

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Bouché Ecke Kiefholz

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Am Herzogtore (WF)

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Carlos Murillo und Henning Bochert auf Howlround.com

Ich freue mich sehr, das ein Auszug aus meinem Austausch mit US-Theaterautor Carlos Murillo nun auf dem bekannten US-Theaterportal HowlRound.com erschienen ist.

Über HowlRound.com:

"HowlRound is a story of artists and theater makers sharing dissonant opinions, engaging in in-depth dialogue, and promoting best practices with the hope of ensuring a vibrant future for our field. Our stories live in a theater commons—shared resources available to all."

(HowlRound ist eine Geschichte von Künstlern und Theatermachern, die abweichende Ansichten austauschen, einen tiefgreifenden Dialog pflegen und beste Verfahrensweisen fördern, um hoffentlich unserem Arbeitsfeld eine strahlende Zukunft zu sichern. Unsere Geschichten sind theatrales Gemeingut – gemeinsame, allen zugängliche Ressourcen.)

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FEDERLESEN von Eliza Power jetzt bei Pegasus

copyright Eliza Power www.eliza-power.netMeine Übersetzung FEDERLESEN von Eliza Powers Theaterstück FEATHERS ist nun bei Pegasus erhältlich: http://pegasus-agency.de/verlag/werk/Federlesen. Ein Auszug aus dem Katalogtext:

"Seit sie Eltern geworden sind, steckt die Beziehung von Dan und Marisa in einer Krise. Dass nun auch noch Marisas Schwester Edie bei ihnen einzieht, erhöht die Spannungen zwischen allen Beteiligten deutlich. Schließlich haben sich die Schwestern seit Jahren nicht mehr gesehen. Seit der Sache mit Edie und Marisas damaligen Freund – ein Vorfall, der allerdings nie richtig aufgeklärt wurde …"

Lesen! Produzieren!

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EIN STÜCK: TSCHECHIEN in der TAZ

Jippie!! Drama Panoramas Festival EIN STÜCK: TSCHECHIEN wird heute, am 21. Juni 2014, in der TAZ besprochen: www.drama-panorama.de/wp-content/uploads/2014/03/2014-06-21_taz.pdf

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RETTER DER WELT

RETTERDERWELTRETTER DER WELT von John Wray. Interessant ist, dass mich die vordringlichste Perspektive, die den Autor sicher auch am meisten Recherche und Arbeit gekostet hat, nämlich die der Hauptfigur Lowboy, am wenigsten interessiert. Sie erzählt mir einfach am wenigsten über die Welt, sondern bestenfalls etwas über eine pathologische Überhöhung des Protagonisten von Sex. Der Polizist, die Mutter, das Mädchen Emily – alles spannender als die Wahnhaftigkeit von William Hellers Entscheidungen. Sehr gefällt mir, wie der Autor die Erzählperspektive fließend wechselt, unspektakulär, nicht-linear, widersprüchlich. Das ist irgendwie zärtlich und schön in der krassen Welt von New York, die aber nur normal ist, normal krass eben. Die Geschichte ist auch schön, jemand versucht die Welt zu retten, indem er mit (irgend)jemandem schlafen muss. Das ist natürlich ein Widerspruch. Gut, dass ich den nicht lösen muss. Großartige Übersetzung von Peter Knecht.

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