ITHAKA-Andrea Stolowitz im Theatersalon

Mit Andrea Stolowitz kann Drama Panorama zum ersten Mal eine amerikanische Autorin persönlich einladen und eines ihrer erfolgreichsten Stück vorstellen.

Wie üblich werden neben dem Gespräch mit der Autorin auch einige Szenen aus dem Stück in frischgebackener deutscher Übersetzung per Lesung vorgestellt.

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ITHAKA

Lanie ist gerade von ihrem letzten Einsatz in Afghanistan zurückgekehrt, aber diesmal ist es anders; zu Hause fühlt sich alles falsch an, nichts ergibt einen Sinn. Ein Streit mit ihrem Mann gerät außer Kontrolle, und sie macht sich davon. Sie unternimmt eine regelrechte Odyssee durch die amerikanische Landschaft, kämpft gegen ihre persönlichen Ungeheuer und versucht, ihren Weg nach Hause zu finden. Ein Stück über Schuld, Trauma, sprechende Katzen und andere Gespenster.
 
 

stolowitzAndrea M. Stolowitz

stammt aus Portland, Oregon. Sie studierte an der University of California San Diego Szenisches Schreiben bis zum Master of Arts, an der Columbia University Kreatives Schreiben, am Barnard College Russisch und russische Literatur und am Hampshire College für zwei Jahre in Moskau.

Sie hat eine große Anzahl Theaterstücke und Einakter geschrieben, von denen viele erfolgreich und prämiert, insbesondere aber die jüngeren drei Stücke ITHAKA, ANTARKTIKOS und KNOWING CAIRO häufig produziert und ausgezeichnet und z. T. auch veröffentlicht wurden.

Sie ist Gründungsmitglied des Autoren-Produktionsvereins Playwrights West.

Sie hat szenisches Schreiben, Drehbuchschreiben, Textanalyse und mehr unterrichtet unter anderem an der Willamette University in Salem sowie der University of Portland, beide Oregon, der Duke University in Durham, North Carolina sowie der University of California San Diego.

Derzeit ist Andrea Stolowitz im Rahmen eines DAAD-Stipendiums und einer Autorenresidenz am English Theater Berlin bis Sommer 2015 in Berlin.

Weitere Informationen auf ihrer Internetseite http://andreastolowitz.com

Übersetzung und Moderation: Henning Bochert
 

THEATERSALON mit Drama Panorama

am 16. Oktober 2014 um 19 Uhr

Im Kunstquartier Bethanien

Mariannenplatz 2

10997 Berlin

Rechte/Copyrights: Bild: Ryan Durham, Foto: Roxanne Spiegel 
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Autoren anderswo: U. S. A.

Worüber schreiben Theaterautor_innen in anderen Weltteilen?

AntarktikosV4

Susan hat einen Fahrradunfall. In der Klinik wacht sie lange nicht auf. In ihrer bewusstlosen Traumwelt begegnet sie Robert F. Scott, der 100 Jahre zuvor in seinem Zelt nahe des Südpols sitzt und stirbt, während sie selbst dort ein Aufenthaltsstipendium genießt. Die beiden kommen sich näher und besprechen Angelegenheiten wie den Tod, Heldentum, sie sprechen über Angst, über die Hinterbliebenen, das Abenteuer, zu dem beide aufgebrochen sind. Gleichzeitig lernt Susans Tochter Hilary im Krankenzimmer den Sanitäter Alex kennen, der nicht mehr gehen will.

Stolowitz‘ Schreiben besteht aus einer Reihe überzeugender Zutaten: nicht nur gelingt ihr der leichte Herangang an große Themen; offensichtlich ist diese Autorin erfahren und stilsicher beim Einsatz theatertauglicher Lösungen, die sich vom Lebensrealismus genügend weit entfernen, um den Möglichkeiten eines Bühnenrealismus‘ gerecht zu werden. Die Hauptfiguren sind stets Frauen, wenn überhaupt männliche Figuren vorkommen. In KNOWING CAIRO entwickelt sich die Handlung zwischen drei Frauen, in ITHAKA sind Männer bestenfalls marginal, in ANTARTIKOS stellen sie komplexe, obschon deutlich problematische Gegenüber dar. Vor allem treffen die Protagonistinnen stets auf Gestaltwerdungen ihrer eigenen Unsicherheiten. Diese Ängste sind stets ein Leitmotiv in Stolowitz‘ Stücken. In ANTARKTIKOS jedoch nehmen sie die Gestalt eines ganzen Kontinents an.

Über die Autorin:

stolowitz Andrea Stolowitz ist eine überaus rührige Theatermacherin aus Portland im Bundestaat Oregon im Nordwesten der Vereinigten Staaten. Sie hat an mehreren Universitäten Kreatives Schreiben, Textanalyse u. a. gelehrt (z. B. Willamette University, Columbia University) und ist Gründungsmitglied des Autorennetzwerks PLAYWRIGHTS WEST.

Ihre letzte drei bis vier Stücke KNOWING CAIRO, ANTARTIKOS, SEASCAPES und ITHAKA waren besonders erfolgreich und haben ihr zahlreichen Preise und Produktionen eingebracht.

Mehr über die Autorin unter www.andreastolowitz.com.

Rechte: Grafik: Ryan Durham, Foto: Roxanne Spiegel 

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Eurodram

eurodramlogoDas europäische Netzwerk Eurodram möchte die europäische Dramatik über die (Sprach-) Grenzen hinaus durch Übersetzung sichtbarer machen. Dher heißt es vom (Pariser) Hause aus auch gleich mehrsprachig:

Eurodram – réseau européen de traduction théâtrale

Евродрам – европейская сеть театрального перевода

Eurodram – European network for drama in translation

Als neues Mitglied des deutschen Teams bin ich gespannt auf die zukünftige Mitarbeit. Die Internetseite http://www.sildav.org/eurodram bietet Einblicke in die Zielsetzungen und Verfahrensweisen dieses weit vernetzten Versuchs. Wir erkunden aktuell die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit.

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Autoren anderswo: U. S. A.

Worüber schreiben Theaterautor_innen in anderen Weltteilen?

THE BODY OF AN AMERICAN

Mogadischu 1993. Paul, ein kanadischer Fotojournalist, wird in Kürze ein Bild machen, mit dem er den Pulitzerpreis gewinnt. Princeton, heute: Dan, ein amerikanischer Schriftsteller, ringt mit seinem Theaterstück über Geister. Zwischen beiden Männern liegen Welten, aber dann ist eine zufällige Begegnung über den Äther der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft. Sie reisen an die gefährlichsten Orte der Welt und erkunden die Abgründe der menschlichen Seele.

Auf dem Flug von Kabul bis in Kanadas hohen Norden springen in THE BODY OF AN AMERICAN, einer neuen Form von Doku-Drama, zwei Schauspieler zwischen mehr als 30 Rollen herum. Mit Hochdruck stellt das Stück das – öffentliche wie private – Ringen dieser beiden Männer vor den Hintergrund der eindrücklichsten Kriegsbilder der Welt.

(Quelle: www.dollee.com; Übersetzung: Henning Bochert)

Das Bild des geschändeten US-Soldaten in Mogadischu hat sich in unsere Köpfe eingeprägt. Der US-amerikanische Theaterautor Dan O’Brien hat seine rasante Geschichte über den verrückten Fotojournalisten und den mit der Kunst ringenden Theaterautor in einer dichten, formal anspruchsvollen Sprache verfasst, die für jede Inszenierung (und den Übersetzer) eine ehrausfordernde Reibungsfläche bietet. Das Stück hat eine Reihe von Auszeichnungen gewonnen, zuletzt den Horton-Foote-Preis als herausragendes neues amerikanisches Theaterstück. Zahlreiche Kritiken, z. B. im Guardian oder bei Oregan Artswatch, berichten von Inszenierungen dieser Reise in den Realitätshunger.

Über den Autor:

obrien1Dan O’Brien ist Theaterautor, Dichter und Librettist. Seine Stücke sind bei Samuel French, Playscripts, Oberon, Dramatic Publishing, und in zahlreichen Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht, darunter Alaska Quarterly Review und Blackbird.

O'Brien hat an der Princeton University, Sewanee Writers’ Conference, The University of the South (Sewanee), University of Wisconsin-Madison, dem SUNY Purchase und in seinem eigenen Workshop in New York City Szenisches Schreiben unterrichtet. Er hat das Middlebury College mit einem Bachelor of Arts in Englisch und Theater abgeschlossen und die Brown University mit einem Master of Fine Arts (MFA) in Szenisches Schreiben und Belletristik. Er lebt mit seiner Familie in Los Angeles.

(Quelle mit freundlicher Genehmigung des Autors: Auszüge aus http://danobrien.org)

 

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Paul-Linke-Ufer Ecke Thielenbrücke

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Autoren anderswo: England

Worüber schreiben Theaterautor_innen in anderen Weltteilen?

Tobsha Learner ist in England großgeworden, hat lange in Australien und auch einige Jahre in den USA gelebt, ehe sie wieder nach London zog. Nach längerer Abstinenz vom Theater hat sie kürzlich wieder einen Einakter geschrieben. Aber ist dies ein britisches Stück? Ein australisches?

Drei Figuren stehen für drei Parteien im jüngsten Einmarsch indonesischer Truppen in Ost-Timor im Jahr 1999. In ihrem Stück CAGE (KÄFIG) ist ein junger australischer Soldat von seiner Truppe zurückgelassen worden, um einen Gefangenen, den weniger jungen indonesischen Kommandanten, zu bewachen. Während die beiden auf einer Lichtung darüber diskutieren, ob der Gefangene freizulassen ist, rücken die indonesischen Truppen hörbar näher. Nachdem der Soldat den Gefangenen in seinem Käfig niedergeschlagen hat, tritt eine junge osttimorische Frau aus den Büschen. Sie behauptet, der Gefangene hätte das Massaker in ihrem Dorf angeführt, dem ihr Mann und ihr Kind zum Opfer gefallen seien und sie selbst habe entkommen können, und sie möchte ihn töten. Ihr Vergeltungsdrang steht dem Auftrag des Soldaten entgegen, der den Gefangenen vor ein Gericht bringen will. Der Mann im Käfig kommt wieder zu Bewusstsein und erzählt eine andere Geschichte: die Frau sei seine Freundin gewesen, die sich nun, da er von ihr gelangweilt gewesen wäre, für die Kränkung rächen wolle. Ein Massaker habe es nicht gegeben, sondern das Dorf hätte die Invasion benutzt, um im nächsten Dorf eine Stammesfehde mit einer Massentötung zu beenden, die dann den Invasoren angehängt werden könnte.

Die Figuren erhalten in rascher Folge die Kontrolle über die Situation bis zum tragischen Ende des kurzen Stücks, ebenso rasch wechseln die Variationen auf die nie enthüllte Wahrheit.

Die militärische Intervention von Australien in Ost-Timor wurde 1999 von der Regierung Howard als Einsatz zum Schutz der dortigen Bevölkerung vor dem Terror der von Indonesien gesteuerten Milizen verkauft. Kritiker sahen die Beweggründe allerdings in den wirtschaftlichen Interessen Australiens an der Kontrolle über den indonesischen Archipel, der reich an Ressourcen ist. Wie so oft war der Konflikt komplex. Indonesiens Einmarsch in Ost-Timor war 1975 von Australien begrüßt worden, die militärische Ausbildung der Junta-Armee von Australien und den USA eng unterstützt. Sondereinheiten sorgten für Terror und Unterdrückung der osttimoresischen Bevölkerung. Ebendiese sollte nun mit einem Mal vor der Unterdrückung der Militär- und Handelspartner geschützt werden. Diese sehr unglaubwürdige Strategie wurde durch eine enorme Medienkampagne im Vorfeld in der Öffentlichkeit vorbereitet, und die Verzerrung der Wahrheit spiegelt sich in den Perspektiven der Figuren im Stück wieder.

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AM BODEN von George Brant

Der spannende Monolog für eine Darstellerin AM BODEN von George Brant ist jetzt poliert und spielfertig bei S. Fischer zu haben. Die Arbeit hat sehr viel Spaß gemacht, denn die dichte, sehr knappe Sprache der Figur (einer Kampfpilotin), die motivischen Verweise, der gesamte Stil stellen den Übersetzer vor äußerst willkommene Herausforderungen. Jetzt bin ich sehr gespannt, den Text hoffentlich bald auf einer Bühne zu sehen.

Das Stück ist als eine meiner Übersetzungen für S. Fischer Theater & Medien hier zu bestellen. Ich wünsche anregende Lektüre und ruckizucki Produktionsoptionen. Das Ding muss auf die Bretter!

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Sander Ecke Hobrecht + Kottbusser Damm

 

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ERINNERUNGEN AN PETERSBURG/Joseph Brodsky

Brodskycover

In zwei Texten ("WENIGER ALS MAN/LESS THAN ONE" und "IN EINEINHALB ZIMMERN/IN ONE-AND-A-HALF ROOMS") beschreibt Joseph Brodsky (Literaturnobelpreis 1987) 1986 seine Kindheit, das russische kollektive Unbewusste, den Antisemitismus, die Eigenheiten der totalitär regierten Gesellschaft, in der jeder Henker und Opfer sein kann. Die beiden sehr dichten Texte sind so schön wie schmerzhaft. Die Übersetzerinnen haben, soweit ich das beurteilen kann, die lakonische Poesie des Textes hervorragend getroffen. „Schlampiger Schlamper“, darauf muss man kommen. „Soll Englisch meine Toten behausen“ – Die Überlegungen Brodskys, dass seine Entscheidung, über seine Eltern auf Englisch zu schreiben, für sie eine posthume Befreiung aus dem unterdrückerischen und seelenzerstörenden russischen Kontext darstellt, ist so schön wie kaputt. Sicher steckt darin seine Größe, aus seinem Schmerz, den ihm seine Heimat angetan, aus diesem total zertretenen und geschundenen und missbrauchten Land und seiner Bevölkerung – wie ein Alchimist aus Dreck Gold – solche wunderbare Gedanken zu ernten. Ich bin versucht, zum Beweis das gesamte Bändchen anzuführen: die Beschreibung der elterlichen Kommunalka, die Art und Weise, wie der Autor die Tragödie der Trennung von seinen Eltern bis zu deren Tod beschreibt, vor dem er sie nicht noch einmal sehen konnte. Dazu kommen in dieser Ausgabe die Fotos von Barbara Klemm, in diesem Fall einmal wirklich erhellend und illustrierend und der vielen Reflexionen gerade in WENIGER ALS MAN auch notwendige Ergänzung, Angler vor Ermitage, drei junge Frauen in Ostmode auf Bank in zerschundenem Stadteck, das vielleicht mal Park war, in allem ein würdiges Leben fordernd. „Nur das ich ihnen in ihrem Alter nicht helfen konnte; nur dass ich nicht dabei war, als sie im Sterben lagen. Ich sage das, nicht so sehr aus einem Schuldgefühl heraus, sondern aus dem egoistischen Wunsch eines Kindes, seine Eltern alle Phasen ihres Lebens hindurch zu begleiten (…).“ So gelingt es ihm, kraft seiner Gedanken die Tragödie zu überschreiten und als Genre zu überwinden und noch Gewinn daraus zu schlagen („Die armen Leute wollen immer, dass alles zu etwas gut ist.“).

Wer immer mir dieses Büchlein geschenkt hat, hat mir auch diesen großartigen Autor geschenkt, den ich zuvor nicht kannte. Herzlichen Dank!

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Video: EIN STÜCK TSCHECHIEN

IMG_6831_klTereza Bulisová hat ein herrliches Video geschnitten, das in dieser Version schon den Abend mit den Lesungen neuer tschechischer Stücke vom 19. Juni zeigt. Wir wünschen viel Vergnügen!

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