Logbuch 3.1: AUS HARTEM HOLZ

Im ersten Buch (1693-1727) überwiegt noch der düstere Ton um eine kleine Gruppe von Menschen, die sich im Wesentlichen auf einer Lichtung in La Nouvelle France aufhalten, Bäume fällen und sich mit der indigenen Bevölkerung aus Miqmaq, Huronen und den kriegerisch-widerständlerischen Iroquis auseinandersetzen. Feudale Strukturen werden aus Frankreich in diese neue, unendliche, bedrohliche Waldwelt übertragen und reiben sich sofort daran wund. Lesen Sie mehr »
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Logbuch 3: AUS HARTEM HOLZ von Annie Proulx

Mit AUS HARTEM HOLZ (Original: Barkskins; Ü: Melanie Walz, Andrea Stumpf) nehme ich mir für diese Dokumentation meiner Leseerfahrung den jüngsten Roman meiner amerikanischen (und, der Vollständigkeit halber, frankokanadischen) Lieblingsautorin vor. Proulx, die zuvor schon erfolgreiche Werke wie SCHIFFSMELDUNGEN (The Shipping News, 1993; Ü: Michael Hofmann) und BROKEBACK MOUNTAIN (1997) hervorgebracht hat, hat hier nun den ganz großen Wurf getan. Nicht nur vom Umfang her gibt sie der Leserschaft eine große Aufgabe auf (die deutsche Version hat nahezu 900 Seiten). Gemessen an der immensen Materialfülle, mit der andere Autoren eine ganze Reihe gefüllt hätten, ist das eher wenig. Nur ihrer äußersten Ökonomie, die sich in frühen Romanen wie POSTKARTEN (Postcards, 1992; Ü: ) oder MITTEN IN AMERIKA (That Old Ace in the Hole, 2002; Ü: Melanie Walz) noch in der Sprache äußerte, ist es zu verdanken, dass dieser Roman sich ausgesprochen zügig, ja rasant liest, umfasst er doch nicht weniger als die jüngsten 300 Jahre der nordamerikanischen Geschichte.

Wenn ich hier meine Lektüre begleite, dann sei gleich vorneweg davor gewarnt, dass ich nicht davor zurückschrecken werde, Handlungsentwicklungen auszuplaudern, während ich sie kommentiere. Zu Neudeutsch heißt das: Spoiler-Alarm. Das Lesevergnügen könnte für all jene geschmälert werden, die beim Lesen auf das Nächstkommende gieren (was man in diesem Fall allerdings niemandem verdenken könnte) und im herrlichen Palast dieses Romans gleichsam von einem Saal so rasch wie möglich in den nächsten hasten möchten, anstatt sich an der Großartigkeit des gesamten Bauwerks zu erfreuen und die gewagten Bögen und die raffinierte Anlage des Ganzen zu bestaunen.

So werden also an dieser Stelle in den kommenden Wochen ab und an wieder Logbuch-Einträge zu finden sein, mit denen die geneigte Leserin respektive der Leser auf die Arbeit Proulx‘ hingewiesen und meiner Gedanken dazu teilhaftig werden kann.
Wünsche viel Vergnügen.
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PS | Politisch Schreiben #3

Am Freitag, 20.10.2017, feiert die PS | Politisch Schreiben das Erscheinen ihrer dritten Ausgabe unter dem Titel „Imagination, Krise, Wirklichkeit“. Essays, Interviews, Drama, Lyrik, Prosa von 29 Autorinnen und Autoren füllen den voluminösen Band.
Als Dossier sind um die Mottobegriffe außerdem 30 schöne, poetische Texte entstanden, die für den Countdown während der vergangenen 30 Tage die Website zierten und dort immer noch zu lesen sind.

Ich freue mich sehr, dass das Magazin auch meinen Text DIE WEITEREN AUSSICHTEN abdruckt.

Das Buch ist erhältlich mit einer Nachricht an die Redaktion: PSredaktion@yahoo.com.

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Eurodram in Lissabon 2017

Foto: Marília Maia e Moura

Ganz im Westen Europas kamen sie zusammen: von Priština und Rom, von Paris und London, von Berlin und Tel Aviv und vielen anderen Orten. Zur 2018er Generalversammlung von Eurodram reisten 22 Teilnehmer, darunter die Koordinator*innen von 13 Sprachkomitees, nach Lissabon, wohin das portugiesischsprachige Komitee in Gestalt von Maria João Vicente und Carolina Mano großzügig eingeladen hatte. An vier Tagen stand unter dem Titel DEPOIS DE BABEL (NACH BABEL; einem Titel von George Steiner) ein gemischtes Programm aus Lesen Sie mehr »
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AM BODEN in Zittau

Die Premiere von AM BODEN am Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau am 29. September 2017 hielt eine Überraschung parat. In der konsequenten Strenge übertrifft die anspruchsvolle Inszenierung Lesen Sie mehr »
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EURODRAM-Hauptversammlung in Lissabon 2017 (Gilles Boulan)

von Gilles Boulan

Übersetzt aus dem Französischen von Wolfgang Barth

Das Hotel Sana Lisboa erhebt sich nicht weit vom Platz Marquis wie eine hohe Luxusfestung . Von meinem Fenster in der neunten Etage schaue ich zum letzten Mal über die Stadt im Stadteil Baixa mit den zahlreichen Baukränen und dem Tejo, über dem am Grunde des Tales, das er in die Hügel Lissabons geschnitten hat, ein leichter Dunstschleier liegt. Beiderseits entfaltet sich auf den Höhen die Stadt mit ihren schönen, alten Wohnhäusern, ihren barocken Kirchen und den pittoresken Stadtvierteln… Links kann man trotz der Entfernung genau die Wehrmauern des Kastells und die über seinen Zinnen wehenden Fahnen erkennen. An seinem Fuße liegt das Theater Taborda, das der Blick vergeblich für einen letzten Gruß sucht.

Foto: G. Boulan

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Brants AM BODEN in der Spielzeit 2017/18

Louisa Stroux bei der DEA in Düsseldorf | Foto: Sebastian Hoppe

Das Theaterstück AM BODEN von George Brant ist in dieser Spielzeit in sieben Inszenierungen zu sehen:

in Kassel in der Regie von Markus Dietz, Michaela Klamminger spielt die Pilotin, Premiere ist heute, am 15.09.17.,
in Zittau in der Regie von Lesen Sie mehr »
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67/871 Leningrader Blockade

Foto: Olga Feldman

Drama Panorama und das St. Petersburger Teatr Pokoleniy widmen sich in dieser gemeinsamen Produktion der Leningrader Blockade durch die deutsche Wehrmacht 1941 und ihren Opfern. In Deutschland wird dieses schwere Kriegsverbrechen der Wehrmacht kaum behandelt, während auf russischer Seite Lesen Sie mehr »
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Armut VI: Wut

Der Mann in besten Jahren
im Park morgens vor acht
neben ihm sein Handwagen
wohlgefüllt schon mit dem Ertrag seiner ehrlichen Arbeit
hantierend jetzt mit dem Dreikantschlüssel am Riegel des nächsten Mülleimers
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Eurodram in Mannheim: Auswahl 2017

Lesung von “sieben köchinnen, vier soldaten und drei sophien” – Foto: Neil Fleming

Eurodram ist das Netzwerk für europäisches Drama in Übersetzung, und selten erfüllt sich diese Mission so prächtig wie bei der Präsentation der diesjährigen Auswahl des deutschsprachigen Komitees in Mannheim. Die Teilnehmer erschienen aus europäischen Groß- und Hauptstädten wie Split, Barcelona, Berlin, Hamburg, London, Paris, Ljubljana, Wien, Graz und Sofia. Das Theaterhaus G7, geleitet von Komiteemitglied und Regisseurin Inka Neubert, hatte die Veranstaltung in die Spielzeitplanung genommen und stellte die drei Stücke, die aus den über 70 Einsendungen am empfehlenswertesten erschienen, am 24. Juni in szenischer Lesung vor.

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