USA im September IV

In Portland geht es zweifellos vor allem um Bäume und um Brücken. Wo man im immerhin auch als grün bekannten Berlin über eine von einer Baumsorte geprägte Straße froh sein darf, im prächtigsten Fall die Platanen an der Puschkinallee, ist in Portland jede Straße von mühelos zwanzig Baumsorten bestanden, von denen ich Naturignorant gerade noch eine Ahorn- und eine Eichenart erraten kann. Alle Untereschen, Sonderkoniferen, Spezialkastanien und amerikanischen Spielarten von irgendwas kann ich nur unkundig bewundern. Dabei geraten viele Exemplare prächtig und ausladend, und gelegentlich biegt man um eine Ecke und steht unvermittelt vor einer irrwitzig großen Douglasie oder sogar einer Sequoia, die Wohnhäuser um ein Vielfaches überragen. Ich erinnere mich an den Besuch im Sequoia-Nationalpark vor zwanzig Jahren, wo ich zwischen den schwindelnd hohen Mammutstämmen herumtapste wie in einem Märchenwald. Auch im Forest Park im Nordwesten Portlands – wohin ich noch am letzten Tag auf einem geborgten, zu kleinen Fahrrad quer durch die Stadt radele – wirken riesige Douglasien und anderen große Bäume wie ein Wald auf Speed oder ich wie Alice nach ihrem Knabbern an der rechten Seite des berühmten Pilzes.

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USA im September III

Eine Woche gepackt voll mit rasch wechselnden Orten, Menschen, Temperaturen, Topographien, Kontexten. Von Berlin aus hatte ich den falschen Flughafen ausgewählt: Nicht JFK, sondern La Guardia wäre der nächste gewesen. So brauchte ich am frühen Morgen fast eine Stunde kostspielige Fahrt, um als nächstes herauszufinden, dass mein Koffer zu schwer war. Um außerweltliche hundert Dollar Zuzahlung zu vermeiden, musste ich eine zusätzliche Tasche von einer Frau im Flughafen kaufen, die offenbar nur davon lebte, dass Leute wie ich zu blöd sind, die Gepäckbestimmungen zu durchschauen – und alles im Halbschlaf. In Chicago geriet ich dann in die falsche Bahn und schleppte bei fast 30 Grad dasselbe zu schwere Gepäck irgendwelche Treppen hoch und wieder runter und machte einen Riesenumweg ins Hostel. Erst von da an wurde alles besser.

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USA im September II

Die vergangene Woche begann mit einer Abkühlung, ohne dass es merklich weniger schwül wurde. Einige wunderbare und interessante Menschen, auf die ich mich schon sehr gefreut hatte, konnte ich nun tatsächlich sehen. Im Theater gab es wie immer enttäuschende Momente. So war Craig Lucas‘ neues Stück I WAS MOST ALIVE WITH YOU, das ich im Playwrights Horizons sah, eine einzige furchtbare Angelegenheit auf der Grundlage des Buches Hiob (und, der Autor macht leider kein Geheimnis draus, auch seines Lebens), die nicht einmal die ansonsten sicher interessante Tatsache, dass der Autor ASL (American Sign Language, vulgo Gebärdensprache) in das Stück eingeschrieben hat, retten konnte.

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HATUEY: MEMORY OF FIRE

Im Zuge von Recherchen zu interkulturellen und mehrsprachigen Theaterarbeiten bin ich auf einen Arbeitsbericht der amerikanischen Autorin und Regisseurin Elise Thoron über ihre russisch-amerikanischen Erkundungen im O’Neill Theater Center gestoßen. Seitdem – ich schätze, das ist fünf bis sieben Jahre her – verfolgen wir unsere Arbeiten gegenseitig und teilen das Interesse für mehrsprachige Theaterforschungen.

Elise Thoron | Foto: H: Bochert

Kurz vor dem Abflug in die USA erreicht mich die Ankündigung ihrer aktuellen Produktion, die justamente in New Jersey Premiere haben würde, wenn ich in New York wäre. Welch wunderbarer Zufall: Nicht nur ist Elise in New York, sondern nach Arbeiten in Japan und anderen Orten auf dieser Welt zeigt sie ausgerechnet hier eine Produktion. Und nicht nur irgendeine. Lesen Sie mehr »

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9/11

Feuerwehrleute in Galauniform für den 11. September

Irgendwie hatte ich halb übersehen, dass heute der 11. September ist. Ein wenig wunderte mich, dass vor der Feuerwache gegenüber fein uniformierte Feuerwehrleute herumstanden anstatt der in heruntergekrempelte Arbeitsoveralls gekleideten Recken, die ihre nervtötenden Motorsägen probelaufen lassen. Dann erfahre ich, dass sie hier präzise zum Zeitpunkt der Anschläge rituell Aufstellung nehmen und beten und Fotos machen zu Ehren der 300 Feuerwehrleute, die bei den Einsätzen am World Trade Center gestorben sind.

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USA im September I

Wo ich angenommen hatte, schon in der ersten Woche loslegen zu können, habe ich jetzt den Eindruck, diese erste Woche vor allem zur Vorbereitung auf die zweite genutzt zu haben. Diese erste verlief unterschiedlich: Der Aufenthalt auf dem Land war herrlich. Die erdrückende Hitze hinderte mich nicht daran, einen Eindruck vom kleinen Örtchen Woodstock im Bundesstaat New York zu gewinnen. Einige Althippies schlurfen noch perlenbehangen zum Kaffeeladen und verkaufen Meditation und handgemachten Schmuck, aber längst geht es um Immobilien und Hanglage Waldblick. Welch ein herrliche Erfahrung, endlich – 25 Jahre nach meinen ersten New-York-Erfahrungen – auch das Umland kennenzulernen, und wie schön ist es an dieser Küste, in den weiten Wäldern der Catskills, wo Bären und Kojoten hausen.

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Wrangel Ecke Tabor

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Buchpräsentation und Lesung: Von Masochisten und Mamma-Guerillas

Neue tschechische Theaterstücke – grotesk, politisch und aktuell. Ein Abend zur tschechischen Gegenwartsdramatik mit Drama Panorama e. V.: Hannah Schröder, Renate Regel, Henning Bochert und Eberhard Köhler lesen Stücke von Kateřina Rudčenková, Roman Sikora, Tomáš Vůjtek und Anna Saavedra.

Foto: B. Schnelle

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Ziele interkultureller Theaterproduktionen: Wie sind sie zu realisieren? Wie sind ihre Herausforderungen zu meistern?

von Henning Bochert

Nicht erst seit 2015, als eine große Zahl von Flüchtlingen Deutschland erreichte, war es ein Ziel der deutschen Theaterschaffenden und der Kulturpolitik, diese Menschen und diesen Vorgang im deutschen Theater sichtbar zu machen. Die gesellschaftliche Veränderung und die damit verbundenen engagierten und ablehnenden Reaktionen sollten ebenfalls behandelt werden. Aber auch schon zuvor hat eine zunehmend internationalisierte oder, allgemeiner, diversifizierte Theaterlandschaft die Theaterkünstler beschäftigt. Die Einflüsse anderer Kulturen und die Begegnungen mit ihnen wurden als Bereicherung wahrgenommen und auch – namentlich und schon lange von der Kulturstiftung des Bundes – gefördert. Lesen Sie mehr »

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Niemetz

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