Tag-Archiv: besprechung

Logbuch 2.4: DIE SCHLAFWANDLER

DIE SCHLAFWANDLER S. 560 Das Buch setzt seinen Triumphzug durch die Landschaft meiner Leseerfahrung fort, während meine eigenen Versuche gaffend Spalier stehen. Die bisherigen Figuren tauchen, entsprechend gealtert und ohne zu erläutern, wie sie hier gelandet sind, in dieser linksrheinischen Gegend Kurtrier auf. Esch ist Drucker, stets gnatzig, weil seine „Buchungen“ nicht aufgehen, die er […]

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Logbuch 2.3: DIE SCHLAFWANDLER

DIE SCHLAFWANDLER, S. 342. Broch beeindruckt weiter: für Esch löst sich die Sehnsucht nach eindeutig zuzuordnenden Gut-Böse-Strukturen nicht (mehr) ein, ebensowenig die Täter-Opfer-Dichotomie. Für ihn ist die Verhaftung des Sozialdemokraten und Gewerkschaftsaktivisten Martin Geyring bei einem Streik in Mannheim ein Opfer, und „wer sich opfert, ist anständig“ – was freilich nicht bedeutet, dass nicht „diese […]

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Logbuch 2.2: DIE SCHLAFWANDLER

DIE SCHLAFWANDLER von Hermann Broch. Tatsächlich erweist sich im zweiten Teil ESCH UND DIE ANARCHIE, dass Broch die Sprache epochengemäß gestaltet hat. Sie hat hier schon den Durchbruch in die Moderne geschafft. Dass der Autor immer noch „dessenungeachtet“ schreibt und dass es mir aber jetzt kaum auffällt, erzählt mehr über die unangemessene Wahl meines Beispiels. […]

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ERINNERUNGEN AN PETERSBURG/Joseph Brodsky

In zwei Texten („WENIGER ALS MAN/LESS THAN ONE“ und „IN EINEINHALB ZIMMERN/IN ONE-AND-A-HALF ROOMS“) beschreibt Joseph Brodsky (Literaturnobelpreis 1987) 1986 seine Kindheit, das russische kollektive Unbewusste, den Antisemitismus, die Eigenheiten der totalitär regierten Gesellschaft, in der jeder Henker und Opfer sein kann. Die beiden sehr dichten Texte sind so schön wie schmerzhaft. Die Übersetzerinnen haben, […]

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Kracht: IMPERIUM

Handwerklich geschliffener Stil, opulente Sprache mit vielen Adjektiven und Adverbialkonstruktionen, die ein abfälliges Schmunzeln bzw. einen überheblichen Genuss an den fatalen Irrungen anderer vermitteln. Seine Protagonisten zu denunzieren, ist sicherlich kein Verbrechen (Heinrich Mann, Kafka, Jean Paul …). Aber Kracht tut es nicht wütend wie Goetz, nicht auf Augenhöhe. Er stellt uns einen (immerhin real […]

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Logbuch 1.10: INFINITE JEST

Ein Abschluss zur Lektüre von INFINITE JEST stand noch aus, das Logbuch über die letzten 200 Seiten oder so. Darin ging es hauptsächlich um Gatelys delirierenden Aufenthalt im Krankenhaus, immer noch genesend von den Schusswunden. Dauerthema: die Ärzte wollen ihm Schmerzmittel Demerol geben, während er als hartnäckig abstinenter Süchtiger sich sprachlos dagegen wehrt, immer mit […]

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Logbuch 1.9: INFINITE JEST

„Es finden kaum Auseinandersetzungen statt, weil niemand die Zeit hat – innerhalb und außerhalb der Kulturredaktionen. Will man sich mit komplex arrangierten Büchern auseinandersetzen, braucht man einfach Wochen, und in der Zeit kann man nichts anderes schreiben und lesen. Und am Ende springen ein paar Cent Zeilengeld heraus. Das kann sich eben niemand mehr leisten, […]

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Logbuch 1.8: INFINITE JEST

Logbuch INFINITE JEST S. 690: INFINITE JEST blockiert die ganze Leseliste. Im Regal zappeln schon ungeduldig Broch und Mahlke, Hein und Handke. Aber wenn ich doch einmal dazu komme, mich wieder IJ zu widmen, irritiere ich mein Umfeld durch wiederholtes, plötzliches Auflachen. Inhaltlich gab es jetzt länger wenig Bewegung. Nachdem besagter Lenz als sinister und […]

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Logbuch 1.7: INFINITE JEST

Logbuch INFINITE JEST S. 560: Wie jetzt? Gerade hatten sich die bisherigen Erzähl- und Handlungsstränge beim Leser zu einer Art nachvollziehbarem, atemberaubenden Gesamtbild zusammengefügt, bzw. haben ihre äußersten Ausläufer begonnen, sich zu berühren, da wird kurz nach Mitte des Romans plötzlich eine neue Figur eingeführt, und man muss sich fragen, auf welche Weise dieses neue […]

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Christoph Hein: WEISSKERNS NACHLASS

WEISSKERNS NACHLASS überzeugt mich, weil Christoph Hein es so sparsam, konzentriert, diszipliniert, mit bei aller Fülle so raschem Lesetempo komponiert hat. Man/er verliert sich nicht in langen Kontemplationen. Alles ist immer Handlung, stark und konsequent und ausschließlich reflektiert durch die Wahrnehmung der Figur. Zuweilen wird der Plot dabei durchsichtig, und man sieht das Konzept durchschimmern. […]

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