Armut II: Altpapier

Leo steht am Altpapiercontainer und sucht Zeitschriften heraus, Kataloge. Ich komme mit Lebensmitteln für hundert Euro vom Supermarkt. Leo ist Rumäne aus einer kleinen Stadt hundert Kilometer von Bukarest entfernt, sagt er. Ein Freund hat ihm gesagt, komm nach Deutschland, hier gibt’s super Arbeit. Er ist gekommen, arbeitet über eine Gewerbeanmeldung auf dem Bau, aber er klagt, dass er sein Geld nicht bekommt: Ich arbeite, dann sage ich, Chef, wo ist mein Geld. Drei Tage, vier Tage – kein Geld. Dann sage ich, tschüss Boss.

Er sammelt Altpapier. Lohnt das, frage ich ihn. Das ist gut, sagt er. Er kann hier 9 oder 10 Euro am Tag verdienen. In Rumänien kommt er bestenfalls auf 100 Euro im Monat. Ob ich nicht Arbeit für ihn hätte. Kleiner Endzwanziger, netter Typ. Der große und ein bisschen dickere Kollege steht beim Einkaufswagen auf der Straße.

 

–> Armut

Dieser Beitrag wurde in Literatur veröffentlicht und getaggt , , , , , , , . Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Trackbacks are closed, but you can post a comment.

Einen Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail wird niemals veröffentlicht oder weitergegeben. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Sie können diese HTML-Tags und -Attribute verwenden <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*
*

  • Blog-Abonnement


  • Newsletter