Das Kunstquartier Bethanien proklamiert die Europäische Republik

Im Rahmen des European Balcony Project, das Ulrike Guérot und Robert Menasse aus der Taufe gehoben haben, proklamieren am 10. November in ganz Europa verschiedenste Kulturträger die Europäische Republik. In Berlin schließt sich das Kunstquartier Bethanien unter Leitung von Drama Panorama und dem Internationalen Theaterinstitut ITI dieser Aktion an.

Weil EUROPA sich nicht von selbst versteht, schließen auch wir uns der Initiative an, dieses Manifest am 10. November 2018 um 16.00 Uhr von öffentlichen Balkonen in ganz Europa als mehrsprachige Intervention laut und prominent in die Gesellschaft zu tragen. 100 Jahre nach Ende des 1. Weltkriegs und der Ausrufung mehrerer Republiken muss EUROPA, seinem Wahlspruch von der «Einheit in Vielfalt » gemäß, immer wieder definiert, lesbar, hörbar und sichtbar gestaltet werden. Das Manifest ist weder Dogma noch Parteiprogramm, eine Proklamation der Europäischen Republik will angreifbar und polemisch ein Zeichen setzen, um das Gespräch über EUROPA in unserer Gesellschaft wieder zu beleben, und zwar von Seiten der Kultur. Deshalb möchte das Kunstquartier Bethanien sich mit seiner Aktion an diesem Gespräch beteiligen.
Das Bethanien, das 1847 erbaute, seit 1969 unter Denkmalschutz gestellte Gebäude mit seiner wechselvollen Geschichte, bietet seit 2009 als Kunstquartier einer kaum zu erfassenden Anzahl von Kunstschaff enden und Kultureinrichtungen eine phantasievoll genutzte Wirkungsstätte: Weltoffenheit ist hier gelebtes Programm, im synergetischen Miteinander oder lockeren Nebeneinander von Kreativen, Akteuren, Vermittlern, Initiativen und Vereinen aller künstlerischen Sparten.
Am 10. November ab 16:00 Uhr laden wir Freunde, Interessierte an und aus Politik und Kultur, Kollegen, Konzert- und Ausstellungsbesucher, jedwedes Publikum, Spaziergänger, Kiezbewohner um den Mariannenplatz und Passanten ein, vor der Fassade des Bethanien am Mariannenplatz 2 unserer Proklamation der Europäischen Republik zuzuschauen und zuzuhören.
Auch der Kultursenator von Berlin Dr. Klaus Lederer wird ein Statement abgeben, und anschließend bietet ein Gespräch mit dem Publikum im CAFÉ EUROPA im Restaurant „3 Schwestern“, das Michael Böhl und Wolfgang Sinhart dankenswerter Weise für uns öffnen, Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Das Gespräch moderiert die bekannte Politikwissenschaftlerin, Autorin und Journalistin Gemma Pörzgen.

Beteiligte Initiativen:

Drama Panorama: Forum für Übersetzung und Theater, Internationales Theaterinstitut / Mimecentrum (ITI), Dramaturgische Gesellschaft, Druckwerkstatt im Kulturwerk des bbk berlin, Nordwind, Dachverband Tanz Deutschland, Klangwerkstatt Berlin – Festival für Neue Musik, Restaurant „3 Schwestern“.

Besonderer Dank für fördernde Unterstützung:

Laura Sofía Salas vom European Democracy Lab, Mathias Mrowka von der Druckwerkstatt im Kulturwerk des bbk berlin, die Klangwerkstatt Berlin – Festival für Neue Musik



Milo Rau bei Fazit im Deutschlandfunk Kultur am 30.10.2018. Der ganze Artikel findet sich hier.

Das European Democracy Lab schreibt dazu:

Am 10. November 2018, um 16 Uhr wird europaweit von (Theater-) Balkonen und an öffentlichen Plätzen in mehr als 20 verschiedenen Sprachen die Europäische Republik in einer Kunst-Performance („Re-Enactment“) ausgerufen. Dazu wird ein Manifest verlesen, das in Ton & Stil an die Republikausrufungen von 1918 erinnert, und zur Diskussion gestellt. An der Aktion nehmen über 250 europäische Kulturinstitutionen teil, darunter das Nationaltheater Gent (NTGent), das Thalia Theater Hamburg, das Burgtheater Wien sowie das Royal Conservatoire of Scotland und die Stadsschouwburg Amsterdam. Zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens unterstützen das Projekt, u.a. Milo Rau, Elfriede Jelinek und Étienne Balibar oder Dubravka Ugrešić.
Das European Balcony Project ist ein Projekt des European Democracy Lab e. V. und wurde durch Spenden von BürgerInnen im Rahmen einer Crowdfunding-Aktion ermöglicht. Das Projekt umfasst Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen und friedliche, künstlerische Interventionen zur Zukunft der Europäischen Demokratie, die von 9.-11. November 2018 in zahlreichen europäischen Städten stattfinden. Dadurch soll eine niedrigschwellige, breitenwirksame Debatte über die Zukunft Europas vor den anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 ausgelöst werden. Mit dem Projekt soll nicht nur an die vor 100 Jahren gegründeten Republiken in Europa, dem Ende des I. Weltkrieges, den Ereignissen vom 9. November 1938 (Novemberprogrome) sowie der deutschen Wiedervereinigung vom November 1989 gedacht werden; sondern alle drei Daten, die historisch miteinander verknüpft sind, sollen als neuer europäischer „Lieu de Memoire“ (Erinnerungsort) in eine gemeinsame Zukunftsperspektive für ein soziales und demokratisches Europa gewendet werden.
Damit wollen die Initiatoren auch einen Kontrapunkt zum europaweiten Wiedererstarken von Nationalismen setzen. Wohin Nationalismus führen kann, hat uns die Geschichte gezeigt, heute sehen wir das in vielen europäischen (und außer-europäischen) Ländern wieder.
Ziel des Projekts ist es, die Öffentlichkeit für die Idee einer gesamteuropäischen Demokratie & Staatlichkeit zu sensibilisieren, die für eine europäische Gemeinwohlsicherung sorgt, entsprechend des Motto: Ein Markt – eine Währung – eine Demokratie! Mit dieser Aktion soll die Dringlichkeit hervorgehoben werden, das europäische Einigungsprojekt zu vollenden, das 1992 mit dem Vertrag über eine „Ever Closer Union“ auf den Weg gebracht wurde. Dabei ist die kritische Diskussion, Interpretation und Ergänzung des Manifestes integraler Teil des Projekts, denn die Zukunft Europas im 21. Jahrhundert muss von Vielen gedacht werden. Das europäische Motto der „Einheit in Vielfalt“ soll sich durch die europaweite Teilnahme zahlreicher Theater, KünstlerInnen und BürgerInnen im zivilen Raum verwirklichen. Zugleich soll das European Balcony Project eine große, europaweite emanzipatorische Bewegung in Gang bringen, die eine europäische Demokratie auf dem allgemeinen politischen Gleichheitsgrundsatz für alle europäischen Bürgerinnen & Bürger fordert.

„Denn Europa heißt, Menschen einen und nicht Staaten zu integrieren“

(Jean Monnet & Zitat aus dem Manifest zur Ausrufung der Europäischen Republik)



Für Rückfragen und Interviews wenden Sie sich bitte an press@eudemlab.org
Mehr Informationen unter: www.europeanbalconyproject.eu

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