Seminar: Translating Discourse in U.S. Drama

Fassade der Philosophischen Fakultät der Humboldt Universität
Philosophische Fakultät der Humboldt Universität | Foto: H. Bochert

Im Sommersemester 2022 unterrichten Joseph Megel und Henning Bochert an der Humboldt Universität über Diskurse in der US-Gesellschaft und wie sie sich in amerikanischen Theaterstücken niederschlagen.

Dabei legen wir einen Schwerpunkt auf sechs Theaterstücke, die exemplarisch die Themen Migration, Sklaverei, Rassismus, Klimawandel behandeln (die sich freilich häufig überschneiden).

  • Anna Deavere Smith, Twilight Los Angeles 1992 (Rassismus/Geschichte)
  • Hilary Bettis, The Ghosts of Lote Bravo (Migration)
  • Jeremy O. Harris, Slave Play (Rassismus/Sklaverei)
  • Joseph Megel and Elisabeth Lewis Corley, Black Pioneer Project (Rassismus/Geschichte)
  • Jackie Sibblies Drury, We Are Proud To Present (Sklaverei)
  • Jim Grimsley, Cascade (Klima/Migration)

In jeder Sitzung wird ein Stück von einer oder zwei Studierenden vorgestellt. Sie informieren über den Autoren oder die Autorin, fassen die Handlung zusammen und berichten zum thematischen oder geschichtlichen Hintergrund des Stücks. Ausschnitte der Texte laut zu lesen, verstärkt unsere Eindrücke, der geschriebene Text entfaltet sich plastisch in den Raum, was deutlich zum Verständnis der Figurenaufteilung und auch der rhythmischen Struktur beiträgt. Wir besprechen die stilistischen Eigenarten von Theatertexten und immer wieder die Unterschiede zwischen Theaterästhetiken im mitteleuropäischen Raum im Vergleich zu nordamerikanischen Bühnen.

Wir versuchen außerdem, sie mit Stücken aus dem deutschsprachigen Raum zu vergleichen, die sich mit derselben Thematik befassen, um die Diskurse noch klarer zu kontrastieren.

  • Özlem Özgül Dündar, An Grenzen (Bodies With No Borders, Ü: Henning Bochert) (Migration)
  • Konstantin Küspert, Sklaven. Leben
  • Olivia Wenzel, Mais in Deutschland und andere Galaxien (Corn in Germany and other Galaxies, Ü: Priscilla Layne) (Rassimus)
  • Elisabeth Lewis Corley, Joseph Megel, Black Pioneer Project (Rassismus/Geschichte)

Als Sekundärliteratur schlagen wir vor:

  • Ibram X. Kendi, How to be an Antiracist (Rassismus)
  • David Wallace-Wells, The Uninhabitable Earth (Klima)
  • Frantz Fanon, The Wretched of the Earth; Black Skin, White Masks (Kolonialismus)
Bild von Joseph Megel mit Studentinnen
Joseph Megel und Studentinnen in Translating Discourse | Foto: H. Bochert

Eine kreative Komponente ist die Arbeit miteinander. Um im Verlauf dieser sieben Wochen auf ein kreatives Projekt hinzuarbeiten, bauen wir auf der dokumentartheatralen Struktur von Anna Deveare Smiths TWILIGHT LOS ANGELES 1992 auf. In der Übung In your shoes befragen sich die Studentinnen gegenseitig zur Frage: Wann bist du dir zum ersten Mal ethnischer Unterschiede bewusst geworden? sowie zu Migrationserfahrungen und präsentieren anschließend als die jeweils andere Person. Im größeren Projekt besteht die Aufgabe darin, bis zum letzten Termin durch Befragung von Amerikaner*innen über die Schwerpunktthemen des Seminars, die gleichzeitig die Diskurse in den USA bestimmen, zu befragen und aus dem gewonnenen Material eine kurze Performance zu gestalten.

Immer wieder kommen wir auf den Aspekt der Übersetzung zu sprechen. Insbesondere dienen uns dazu die von Bochert und Megel selbst übersetzten oder in Übersetzung befindlichen Texte von Jim Grimsley (Cascade) und Özlem Dündar (An Grenzen).

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